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"Da habe ich eine Reklame erblickt, Die hat mich in die Augen gezwickt"

Ringelnatz und seine Werbetexte - Vernissage am 04.11.2019 um 18.00 Uhr Sonderausstellung im Joachim-Ringelnatz-Museum 05. 11.2019 – 01.05.2020

Sie alle haben es getan: Wedekind, Brecht, Kästner oder Schwitters - sie haben Werbetexte geschrieben. Meist geschah dies aus der Not heraus, um schnell Geld zu verdienen. Auch heute schreiben viele Dichter und Schriftsteller zur Sicherung ihres Lebensunterhaltes noch eingängige und gereimte Verse für die Reklame.

 
Die Werbung für verschiedene Produkte gewann bereits Anfang des 19. Jahrhunderts im öffentlichen Raum zunehmend an Bedeutung.  Mit Plakaten auf Litfaßsäulen und in Zeitungsanzeigen wollten die Firmen auf sich und ihre Angebote aufmerksam machen.


Dafür wurden kurzweilige und einprägsame Texte benötigt, die den Konsumenten auf den ersten Blick neugierig machen und ihm eine Kernaussage zu dem jeweiligen Produkt verdeutlichen sollten.


Für Joachim Ringelnatz, ohnehin ein großer Wortkünstler, war das genau die richtige Gelegenheit, seine Reklame-Verse mit oder auch ohne Auftrag bei Firmen einzusenden. Oft bot auch ein Preisausschreiben den Anlass dazu.


Schon in jungen Jahren führte seine Lust am Reimen zu entsprechenden Reklame-Versen. Und sie zogen sich wie ein roter Faden durch sein ganzes Leben. Seine ersten erhaltenen Verse stammen bereits aus dem Jahr 1908 und noch kurz vor seinem Tod 1934 schrieb Ringelnatz launige Texte für die Trikotagen-Firma „Venus“.


In seiner neuen Sonderausstellung widmet sich das Joachim-Ringelnatz-Museum in Cuxhaven nicht nur den Werbetexten des Dichters und Malers, sondern auch dem Zeitgeist der damaligen Reklame, den Produkten und Geschichten der Auftrag gebenden Firmen und den Beweg- und Hintergründen von Ringelnatz dazu.


Die Bandbreite der Firmen, für die er schrieb, ist groß: darunter befinden sich namhafte und zum Teil heute noch bestehende Unternehmen wie, die Sektkellerei Deutz und Geldermann, die Firma Montblanc, der Juwelier Wilkens & Söhne aus Hamburg, der Duftwasser-Hersteller Farina, die Zigarettenfirma Yenidze oder die Trikotagen-Firma Venus.


So entsteht in der Ausstellung ein interessanter Einblick in die Werbemaschinerie des 19. Jahrhunderts. In seinem Zentrum steht zeitgemäß eine Litfaßsäule mit historischen Werbeplakaten. Doch auch die inszenierten Verse von Ringelnatz und die Mitmach-Stationen laden die Museumsbesucher ein, in die Werbewelt mit ihren Besonderheiten einzutauchen. Denn die Aussagen in den Reklameversen sind meist amüsant und die Sprache und Weltsicht des letzten Jahrhunderts unterscheidet sich oft stark von heutigen Werbeslogans. Oder hätten Sie damit gerechnet, dass ein Zigarettenanbieter völlig selbstverständlich mit Leistungssportlern wirbt, die sich direkt nach dem Zieleinlauf eine Zigarette anstecken, die sie so lange entbehrt haben?

 

Joachim-Ringelnatz-Museum
Südersteinstraße 44
27472 Cuxhaven


www.ringelnatzmuseum.de, email: ringelnatz@ewetel.net, Telefon: 04721 – 394411
Öffnungszeiten: Di- So 10.00 bis 13.00 Uhr und 14.00 bis 17.00 Uhr

   
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