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Sonderausstellung im Cuxhavener Joachim-Ringelnatz-Museum wird vom 1.9.2020 - 1.3.2021 - Das Leben der Leonharda Pieper, Muschelkalk Ringelnatz, Leonharda Gescher -

Diese Gedichtzeile ihres Mannes sollte Muschelkalk ein Leben lang begleiten.
Die Frau an der Seite von Joachim Ringelnatz, von ihm mit dem Kosenamen Muschelkalk bedacht, hatte neben der interessanten Zeit an seiner Seite, auch nach seinem Tod ein sehr eigenständiges Leben.

Die sehr umfangreiche Schenkung im Jahr 2019 aus dem Nachlass von Muschelkalk und ihrem Sohn Nobert beinhaltet für das Museum etliche Kostbarkeiten, die auch das Leben von Ringelnatz Ehefrau sichtbar machen. So ist zum Beispiel das Tagebuch der jungen Muschelkalk der Jahre 1912-1915, geschrieben in akkurater Sütterlin-Schrift, erhalten und gibt Einblick in das Leben der ostpreußischen Kleinstadt Rastenburg, heute polnisch Kętrzyn.
Und Einträge in ein Gästebuch geben Zeugnis über die große Gastfreundschaft der Eheleute Ringelnatz.

Immer wieder gab es die Bitte an Muschelkalk, ihre Lebensgeschichte schriftlich festzuhalten. Glücklicherweise sind diese Fragmente ihrer Erinnerung aus den 1970er Jahren ebenfalls erhalten geblieben. Und so kommt Muschelkalk anhand dieser Aufzeichnungen in der Ausstellung auch häufig selbst zu Wort.

Leonharda Pieper wusste schon in jungen Jahren, dass sie ein eigenständiges Leben führen wollte. Das Elternhaus ermöglichte ihr den Besuch guter Schulen und eine qualifizierte Ausbildung in einem Eisenacher Mädchenpensionat. Hier erwarben junge Frauen einen Abschluss als Sprachlehrerinnen. Die guten Kenntnisse der französischen und englischen Sprache sollten ihr später einmal sehr nützlich werden.

Ihr für damalige Zeiten unkonventioneller Lebensweg wurde sicherlich auf besondere Weise von der Begegnung und Heirat mit dem Künstler Joachim Ringelnatz geprägt.
Nach 1945 sah sie es als ihre Aufgabe an, das umfangreiche Lebenswerk ihres 1934 verstorbenen Mannes wieder zu publizieren und die Malerei in Ausstellungen zu präsentieren.
Dazu fand sie die großartige Unterstützung des Verlegers Karl Heinz Henssel. Auch auf die Weggefährten aus frühen Münchner und Berliner Jahren konnte sie dabei bauen. Viele Prominente aus Künstlerkreisen wurden ihr eine große Hilfe.

Daneben startete sie ihre eigene Karriere als Übersetzerin und hat für namhafte Verlage berühmte Autoren aus dem Französischen und Englischen übertragen, auch um nach dem Tod ihres 2. Ehemannes Julius Gescher ihren Lebensunterhalt zu sichern.

So arbeitete sie im Nachkriegsberlin als Lektorin und Übersetzerin beim Henssel-Verlag. Der legte nicht nur Ringelnatz-Bücher neu auf, sondern brachte auch deutsche Ausgaben internationaler Gegenwartsliteratur auf den Markt.
Dank ihres sehr großen Interesses an Büchern, ihrer Muttersprachenkompetenz und ihrer fundierten Kenntnisse des Englischen und Französischen lieferte Muschelkalk bis mindestens 1963 viel beachtete Übersetzungen diverser namhafter Autoren, wie Christy Brown, Laurens van der Post, Saint-John Perse und Marguerite Duras für Henssel und andere Verlage, wie z. B. Hoffmann und Campe, Suhrkamp und Rowohlt.

Das Leben von Muschelkalk blieb immer eng mit Ringelnatz verbunden und darüber hinaus hat sie sehr erfolgreich ihr berufliches und privates Leben gemeistert.

 

(Sonderausstellung mit Unterstützung durch LOTTO Niedersachsen und der Stadtsparkasse Cuxhaven)

Joachim-Ringelnatz-Museum
Südersteinstraße 44, 27472 Cuxhaven

Tel: 04721 – 39 44 11
Öffnungszeiten: Di - So 10.00 -13.00 und 14.00 - 17.00 Uhr
www.ringelnatzmuseum.de

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